Luxus Uhren
Die Zeiten, in denen es schick war eine Uhr mit ein paar "Brillis" zu verzieren und damit als Luxusuhr zu gelten sind vorbei.
Heute gehört zu einer Luxus-Uhr mehr: eine "moderne" Luxus Uhr soll ein Kunstwerk der Kleinmechanik sein, von der die Erben auch noch etwas
haben.
Die Zeit des Luxus
Schon die ersten Zeitmesser waren mechanische Wunderwerke, zugleich Symbole für ein neues kulturelles Verständnis von Zeit. Ohne die Erfindung
des Chronometers (Geschichte der Uhr) im 18. Jahrhundert wäre eine exakte Schiffsnavigation unmöglich gewesen
und das britische Empire hätte niemals existiert.
In unserer Epoche der digitalen Wegwerf-Zeitmesser stehen Luxusuhren in der Tradition von Jahrhunderten und repräsentieren zugleich den
neuesten Stand der Technik, sie verbinden uralte Handwerkskunst mit der Nutzung modernster Mess- und Werkzeugtechnik.
Die Namen der bekannten Hersteller lassen die Augen des Kenners aufleuchten. Das Statussymbol am Handgelenk verbindet den saudischen Prinzen
mit dem US-Rapper - allerdings auch mit jenen Kennern und stillen Genießern, für die weniger die Außenwirkung zählt und um so mehr das
Bewusstsein, ein Kunstwerk am Handgelenk zu tragen.
Ein Kunstwerk wohlgemerkt, das nicht den schwankenden Bewertungen des Marktes unterworfen ist, sondern einen Mythos mit Sekundenzeiger
darstellt.
Es wäre billiger, sich statt einer Luxusuhr einen Goldnugget des selben Gewichtes um das Handgelenk zu binden. Was dort leise und zuverlässig
vor sich hin tickt, entspricht vom Preis her teilweise einem Sportwagen oder einem Motorboot.
Die Faszination dieser Zeitmesser erschließt sich nicht sofort und nicht jedem. Wer das Bedürfnis hat, Reichtum zur Schau zu stellen, ist mit
dem berühmten Namen und möglichst gold- und diamantenhaltigem Dekor zufrieden zu stellen.
Die wirkliche Faszination der Luxusuhren liegt jedoch im Verborgenen. Oder genauer, im Gehäuse, wo sich eine Ansammlung
technischer Höchstleistungen zu einem perfekt arbeitenden Uhrwerk verbindet. Meist sind dies Automatikuhren - Feinmechanik aus Meisterhand.
Mit Beginn der Quarzuhren schien das Ende der Mechanikuhren besiegelt.
Die Uhrmacher setzen sich selbst immer neue Ziele, indem sie Uhren mit einer noch größeren Zahl an Komplikationen schaffen, also zusätzliche
Funktionen einbauen.
Die Toleranzgrenzen bei der Fertigung liegen in Bereichen, die nur noch mit Lupe und speziellen Messgeräten erkennbar sind.
Jede Schraube, jedes winzige Zahnrad stellen an sich schon einen Höhepunkt ehrlicher, alter Handwerkskunst dar. Wären sie lebendig, dann
würden man ihnen Reservate schaffen und Touristen würden dorthin pilgern, um sie zu beobachten.
Das Ganze wird mit chirurgischer Präzision und unter Reinheitsbedingungen, wie sie in sensiblen Bereichen der Computer- und Raumfahrtindustrie
herrschen, zusammengesetzt.
Ebenso werden die Grenzen bezüglich der Wasserdichte einer Uhr ständig erweitert.
Der Zusammenbau nimmt enorm viel Zeit in Anspruch. Erst menschliches Können, Erfahrung, Achtsamkeit und Handwerkskunst gewährleisten
mechanische Perfektion und Präzision.
Und darum ist das tickende Wunderwerk viel mehr als "nur eine Uhr" - eine Luxus Uhr eben.
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